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Sextoy-Materialien ehrlich erklärt

Das Material entscheidet, wie gut du ein Toy sauber halten kannst und welches Gleitmittel dazu passt. Manche Wörter klingen dabei nach mehr, als sie sind. «Medizinisches Silikon», «körperverträglich» oder «hypoallergen» sind nicht geschützt und kein Prüfergebnis.

Planned Parenthood, eine Gesundheitsorganisation in den USA, teilt die Materialien in zwei Gruppen. Nicht porös sind 100 % Silikon, Hartplastik, Edelstahl, Aluminium und bruchfestes Glas. Solche Toys nehmen keine Keime auf und lassen sich leichter sauber halten. Möglicherweise porös sind Silikonmischungen, Jelly, PVC, Vinyl, TPR, TPE und andere gummiartige Kunststoffe. Sie können Keime aufnehmen, auch wenn du sie jedes Mal wäschst, und ein Kondom über dem Toy hilft.

Silikon oder TPE: was ist der Unterschied?

Reines Silikon ist nicht porös, TPE und TPR sind es möglicherweise. Ein Toy aus Silikon lässt sich darum leichter sauber halten. Eines aus TPE kann Keime aufnehmen, auch wenn du es wäschst, und bleibt mit einem Kondom darüber sauberer. Beim Gleitgel passt Wasserbasis zu beiden. Silikon-Gleitgel ist bei Toys aus Silikon heikel, weil es mit dem Material reagieren kann.

Was die Materialzeile sagt

Unter «Angaben» steht bei vielen Artikeln die Zeile «Material und Sicherheit», zum Beispiel «Laut Lieferant: Silikon, phthalatfrei». Sie fasst automatisch zusammen, was im Text des Lieferanten steht. Nennt der Text nichts, fehlt die Zeile. Wir prüfen die Angaben nicht selbst nach, und die Artikeltexte sind maschinell aus dem Spanischen übersetzt und stellenweise fehlerhaft. Mehr dazu steht unter Qualität und Sicherheit.

Fehlt die Zeile, heisst das nur, dass der Lieferant nichts angibt, über das Toy selbst sagt es nichts. Planned Parenthood rät, dort zu kaufen, wo es genaue Angaben zum Produkt gibt. Ist dir das Material wichtig, wähl also einen Artikel, bei dem es steht.

Silikon

Bei rund der Hälfte der Toys nennt die Zeile «Material und Sicherheit» Silikon (Stand September 2026). Planned Parenthood schreibt ausdrücklich dazu, dass nur 100 % Silikon zählt und keine Mischungen. Ob ein Toy wirklich aus 100 % Silikon ist, sagt bei uns nur die Angabe des Lieferanten. Zu Silikon passt Gleitmittel auf Wasserbasis, die Einzelheiten stehen im Ratgeber Gleitmittel: Wasser, Silikon oder Öl.

Hartplastik

Harter Kunststoff wie ABS gibt nicht nach und ist nicht porös. Die Lieferanten nennen ABS im Sortiment vor allem bei Vibratoren und Stimulatoren. Für die Reinigung zählt dann weniger das Material als die Elektronik. Nass darf ein solches Toy nur, wenn der Hersteller es erlaubt, mehr dazu unter Sextoys reinigen und aufbewahren.

TPE und TPR

Diese gummiartigen Kunststoffe brauchen beim Waschen mehr Sorgfalt. Im Sortiment nennen die Lieferanten sie häufig bei Masturbatoren und Penishüllen, auch bei realistischen Dildos. Zum Trocknen nimmst du ein Papiertuch statt eines Handtuchs, das Fasern hinterlässt, rät SH:24, ein Dienst für sexuelle Gesundheit in Grossbritannien.

PVC und «Jelly»

Phthalate sind Weichmacher, die vor allem in PVC stecken, schreibt das Bundesamt für Gesundheit. Vier davon, DEHP, BBP, DBP und DiBP, sind als fortpflanzungsgefährdend eingestuft. Seit Juli 2020 dürfen Gegenstände in der Schweiz und der EU diese vier in der Regel nicht mehr ab 0,1 % enthalten.

Wie es vorher aussah, zeigt eine Untersuchung der dänischen Umweltbehörde von 2006. Das Material «Jelly» war dort weichgemachtes PVC mit bis zu 70 % Weichmacher. In ölhaltiges Gleitmittel ging der Weichmacher DEHP rund hundertmal stärker über als in eines auf Wasserbasis. Kontrolliert wird auch heute. Das Kantonale Laboratorium Basel-Stadt nahm 2023 zusammen mit dem Kanton Jura erstmals auch Sex-Toys in eine Kampagne auf. Von 203 Kunststoffgegenständen enthielten 23 verbotene Phthalate ab 0,1 %. Wie viele davon Sex-Toys waren, schlüsselt der Bericht nicht auf.

Bei den realistischen Dildos nennen die Lieferantentexte PVC fast so oft wie Silikon (Stand September 2026). «Phthalatfrei» steht in der Materialzeile nur, wenn der Lieferant es schreibt. Zu einem Toy aus PVC nimmst du am besten Gleitgel auf Wasserbasis.

Glas

Ob du ein Toy magst, das gar nicht nachgibt, ist Geschmackssache. Im Sortiment sind Glas-Toys selten, einige stammen etwa von Icicles. Achte beim Artikel darauf, dass von bruchfestem Glas die Rede ist, denn genau dieses zählt Planned Parenthood zu den nicht porösen Materialien.

Metall

Edelstahl und Aluminium sind nicht porös. Metall nennen die Lieferantentexte nur bei wenigen Toys. Die International Society for Sexual Medicine (ISSM) warnt vor Penisringen aus Metall. Was bei Ringen sonst gilt, steht unter Penisringe.

Liebeskugeln

Die DAK nennt drei Materialien für Liebeskugeln, nämlich Silikon, Metall und Glas. Im Sortiment steht der grösste Teil in der Rubrik «Liebeskugeln aus Silikon». Wie schwer eine Kugel für den Anfang sein sollte und wie lange du sie trägst, steht auf der Seite Sextoys für Frauen.

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Quellen

  1. Planned Parenthood
  2. SH:24
  3. Bundesamt für Gesundheit, Factsheet Phthalate
  4. Kantonales Laboratorium Basel-Stadt, 2023
  5. Verordnung (EU) 2018/2005
  6. Miljøstyrelsen (dänische Umweltbehörde), 2006
  7. Fun Factory
  8. International Society for Sexual Medicine (ISSM)
  9. DAK-Gesundheit

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